Länger besser leben auch für sozial Schwache

Krankenkasse BKK24 will Ärmeren eine gesunde Lebensweise nahebringen

Obernkirchen, Kreis Schaumburg (epd). Die BKK24 mit Sitz in Obernkirchen bei Bückeburg unterstützt ärmere Menschen dabei, gesünder zu leben. „Mit unserem Programm wollen wir auch diejenigen erreichen, die bisher wenig für ihre Gesundheit getan haben“, sagte der Vorstand der Krankenkasse, Friedrich Schütte, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er verwies darauf, dass die unteren 20 Prozent der Gesellschaft statistisch gesehen rund zehn Jahre früher sterben. Ziel müsse es daher sein, gerade bildungsferne Schichten dazu zu motivieren, sich mehr Gedanken zur Gesundheitsvorsorge zu machen.

Wer sich bewusst ernähre, regelmäßig bewege, nur mäßig Alkohol konsumiere und auf Nikotin komplett verzichte, lebe Studien zufolge bis zu 14 Jahren länger. „Ich selbst kann also eine Menge für meine Gesundheit tun“, betonte Schütte. In den zurückliegenden anderthalb Jahren, die das Projekt der Krankenkasse schon läuft, hätten bereits 4.000 Teilnehmer individuelle Tipps bekommen. Grundlage für die Empfehlungen sei ein Fragebogen, der seit neustem auch online ausgefüllt werden kann. „Wir hoffen so noch einmal ganz andere, Internet-affine Gruppen ansprechen zu können.“

Während konkurrierende Kassen oftmals nur bestimmte Einzelmaßnahmen unterstützten, wähle die BKK24 bewusst einen anderen Weg, erläuterte Schütte: „Wir wollen die verfügbaren Angebote bündeln und den Menschen diejenigen nahebringen, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.“ Wenn für jemanden etwa eine Ernährungsberatung sinnvoll ist, vermittelt die Kasse beispielsweise den Kontakt zur Volkshochschule oder zu den Landfrauen. Bei Bewegungsmangel käme neben diversen Sportvereinen möglicherweise auch der örtliche Kneippverein in Frage.

Rund 100 lokale Partner beteiligen sich inzwischen an dem Projekt. „Wichtig ist, dass diese Angebote wohnortsnah verfügbar sind“, unterstrich Schütte. Niemand wolle kilometerweit fahren, um an einem Kurs teilzunehmen. „Wir müssen die Menschen da erreichen, wo sie sind.“ Daher bewerbe die BKK24 ihr Vorsorgeangebot im Landkreises Schaumburg bewusst mit Infoständen in den Fußgängerzonen, der Sparkasse oder beim gar beim verkaufsoffenen Sonntag im Möbelhaus. „Auf diese Weise haben wir inzwischen auch viele Bildungsärmere erreicht“, bilanzierte Schütte. Einer jüngsten Erhebung zufolge habe das Programm in der Gruppe mit dem niedrigsten Bildungsniveau inzwischen einen Bekanntheitsgrad von 33 Prozent.

Demnächst soll der Onlinefragebogen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hausärzteverband bundesweit beworben werden werden. Noch in diesem Jahr wird die Kasse ihren Versicherten unabhängig vom Wohnort konkrete Maßnahmen „vor der Haustür“ empfehlen können, hofft Schütte. Die recht kleine BKK mit 100.000 Versicherten hat nach eigenen Angaben bisher rund 58.000 Euro in das Vorsorgeprogramm investiert.

Fragebogen

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Friedrich Schütte
Portraitfoto Friedrich Schütte