LBL-Konferenz will Betriebe einbeziehen

Gesundheitsförderung soll es im Landkreis nicht mehr nur für Einzelpersonen geben / Mehr Information in abgelegene Orten gewünscht

NIENBURG. Es ist gerade einmal acht Monate her, seit sich der Landkreis Nienburg mit dem Einstieg in das „Länger besser leben“-Programm seinen Platz im Kreis der gesündesten Regionen Deutschlands gesichert hat. Jetzt trafen sich Vertreter von Vereinen und Firmen aus dem Gesundheitsnetzwerk, um sich von der Krankasse BKK24 über die bisherigen Fortschritte informieren zu lassen und gemeinsam Initiativen für die nächste Zukunft zu planen.

Seit den 90er Jahren läuft in 17 Staaten Europas die so genannte EPIC-Studie. Ein Projekt, das den Ursachen lebensgefährlicher Krankheiten auf die Spur kommen soll. Ende des letzten Jahrzehnts verkündete die Universität Cambridge dann eine kleine Sensation: Wer sich an vier einfache Regeln hält, so hatte man dort herausgefunden, kann bis zu 14 Jahre länger leben. Doch daraus wurde zunächst nicht mehr als eine Zeitungsmeldung. Praktisch niemand wollte zum X-ten Mal mit erhobenem Zeigefinger losmarschieren und den Menschen erzählen, dass sie mehr Bewegung und weniger Nikotin brauchen. Doch unter der Regie der Krankenkasse stieg der Kreis Nienburg in das noch taufrische „Länger besser leben“-Programm ein. Seitdem haben hier Frauen und Männer Kurse zur Nikotinentwöhnung und Gewichtsreduktion besucht, Angebote zum Freizeitsport getestet und bei den Landfrauen sogar das gesunde Kochen gelernt, Tendenz steigend. Neues Highlight ist derzeit das „Länger besser leben“-Karussell. Beim Holtdorfer Sportverein können Interessenten auch als Nicht-Mitglieder noch bis zum 27. Mai beim Training in verschiedenen Sparten mitmachen und dabei herausfinden, was ihnen den meisten Spaß bringt.

Kontrovers diskutiert wurde das, was man den Bewohnern der Region demnächst bieten möchte. Ein Sportabzeichen Wettbewerb für die Firmen, garniert mit finanziellen Anreizen für die teilnehmenden Teams, war den Konferenzteilnehmer nicht weitgehend genug. Stattdessen will man Konzepte ausarbeiten, um die heimischen Unternehmen zum Einstieg in eine ganzheitliche betriebliche Gesundheitsförderung zu motivieren. Dass die Betriebe daran sehr interessiert sind, weiß die BKK24 aus der Pilotregion Schaumburg und sogar aus dem weit entfernten Germersheim in Rheinland-Pfalz. Dort ermöglichen von kompletten Belegschaften ausgefüllte Fragebogen zum aktuellen Gesundheitsverhalten die bedarfsgerechte Planung von „Länger besser leben“-Angeboten mit hohen Teilnehmerzahlen. „Das Ergebnis sind sinkende Krankenstände und motivierte, leistungsfähige Mitarbeiter“, so Friedrich Schütte, Vorstand der Krankenkasse. Um auch in Nienburg so erfolgreich sein zu können bat er die Partner im Gesundheitsnetzwerk, ihre eigenen Kontakte in die Wirtschaft zu nutzen und damit die Türen für das „Länger besser leben“-Programm zu öffnen.

Doch auch für die Kommunikation nach außen wünschte sich die Konferenz noch weitere Impulse. Den Teilnehmern ging es vor allem darum, mit den Informationen über Programminhalte, Aktionen und Angebote auch die weiter von der Stadt Nienburg entfernten Orte zu erreichen. Zwar werden alle Termine inzwischen im Online-Kalender unter www.LBL-Stadt.de zusammengefasst, seien dort in der Vielzahl der Partnerangebote aber nur schwer zu finden. Über den Wunsch nach einer intensiveren Pressearbeit hinaus versprach Schütte im Anschluss an die Konferenz, die Suche im Internet kurzfristig durch entsprechende Technik zu optimieren.

Fragebogen
Um gemeinsam die nächsten Aktivitäten für die „Länger besser leben“-Region zu planen, trafen sich die Partner aus dem Gesundheitsnetzwerk jetzt im Aktionsbüro, das im ServiceCenter der BKK24 untergebracht ist.
Schnappschuss von der LBL-Konferenz