„Länger besser leben.“-Sprechstunde am Deister

Am 27. März kommt der Arzt zur Untersuchung von Leberwerten und Verfassungsorganen

BAD MÜNDER. Eigentlich braucht man ja keinen Arzt mehr, wenn man an „Länger besser leben.“ teilnimmt. Kommt der Doktor trotzdem, darf er also ruhig etwas Quatsch machen. Genau das steht zu erwarten, wenn Lüder Wohlenberg am 27. März mal nicht im ZDF oder bei SAT1, sondern am Deister praktiziert. Alarmiert haben ihn die Krankenkasse BKK24 und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie – in diesem Fall vertreten durch einen um das Allgemeinwohl besorgten Hans-Georg Diekmann, seines Zeichens Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Ardagh Glasfabrik in Bad Münder.

„Lachen ist schließlich gesund“, sagt Diekmann und stellt damit für alle Münderaner und auswärtige Gäste ein Rezept zur Kabarett-Sprechstunde mit dem Arzt aus. Den dürfen in diesem Fall auch völlig gesunde Menschen zur ab 18.30 Uhr in seiner Behelfspraxis m Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum an der Deisterallee 44 besuchen.

Lüder Wohlenberg kennt beide Seiten. Ab und an legt er den Halbgötter-Kittel ab und schlüpft in die Rolle des professionellen Patienten. Unter seinem liebenswerten Alter-Ego von Herrn Raderscheid beschwört er dann fröhlich-pfeifend Probleme vom Herz bis zum Appendix, während er auf der Bühne die Spontanheilung auf Kosten und mit Hilfe der unbegrenzten Möglichkeiten unseres Gesundheitssystems herbeisehnt. Zum Glück bleibt dem 2,02 Meter großen Hanseaten dabei genug Zeit, um die von seinen Gästen angebotenen Symptome und deren Leberwerte zu analysieren sowie seinen diagnostischen Blick ein wenig auf den Nerv der Zeit zu richten.

Wer bereits an „Länger besser leben.“ teilnimmt, oder bei Ardagh mit dem gerade erst preisgekrönten Vorsorgeprogramm betrieblich gesundheitsversorgt wird, „darf den Abend gern als Präventionsveranstaltung ansehen“, sagt Friedrich Schütte, Vorstand der BKK24. Dass man bei penetrant gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung, Nikotinverzicht und verantwortungsbewusstem Umgang mit Alkohol seltener krank und deutlich älter wird, stört den Herrn Doktor nämlich nicht. „Der spricht dann halt über die Verfassungsorgane und solche Krankheiten, an denen der Patient selbst nicht leidet“, vermutet Hans-Georg Diekmann. Jedenfalls freue er sich schon auf das, was Lüder Wohlenberg zum Thema Schnarchen zu sagen habe und unterstützt die These, „dass davon meist die Frauen betroffen sind und man für die Behandlung eigentlich zum Gynäkologen müsste.“

Bis das zwischen dem Akademiker, dem Betriebsrat und der Krankenkasse geklärt ist, sind als Rezeptgebühr für den Arztbesuch am 27. März geschmeidige zwölf Euro zu entrichten. Wichtig: Weil es keine Abendkasse gibt, ist der Betrag ausschließlich einzuzahlen bei der Touristik-Information im Kurmittelhaus Bad Münder, Osterstraße 39.

Frei von Zuzahlungen und Praxisgebühren kann man dort außerdem den „Länger besser leben.“-Fragebogen ausfüllen, um kostenlos in Deutschlands erfolgreichstes Vorsorgeprogramm einzusteigen. „Das geht sogar im Internet unter www.LBL-Stadt.de“, sagt Schütte und vermutet: „dass man dann am Deister viel leichter nicht nur über den Arzt, sondern auch über die kleinen Wehwehchen lachen kann.“

Fragebogen
Als Arzt ein Profi-Patient: Lüder Wohlenberg gibt am 27. März „Länger besser leben.“-Regeln für Bad Münder aus
Lüder Wohlenberg